Neophytenschulung: Gemeinsam gegen invasive Pflanzen im Marchfeld

Veröffentlichungsdatum02.10.2026Lesedauer2 MinutenKategorienGem2Go = News in Gem2Go anzeigen, Gemeinde = News auf Homepage unter News
Eine Gruppe von Menschen, die für ein Foto posiert

Rund 25 Teilnehmende informierten sich bei einer Schulung der LEADER Region Marchfeld über Erkennung, Bekämpfung und fachgerechten Umgang mit invasiven Neophyten.

Deutsch-Wagram, 21. September 2026 – Invasive Neophyten stellen auch die Gemeinden im Marchfeld zunehmend vor Herausforderungen. Um Bauhofmitarbeitende und Gemeindeverantwortliche beim fachgerechten Umgang mit diesen Pflanzen zu unterstützen, lud die LEADER Region Marchfeld zu einer praxisorientierten Neophytenschulung ein. Rund 25 Teilnehmende aus den Marchfeldgemeinden sowie Forstverantwortliche nahmen an der Veranstaltung teil.

 Zum Auftakt begrüßte Bürgermeister Mentl-Weigl von der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram die Teilnehmenden und bedankte sich insbesondere bei Stadtrat Mag. Heinz Bogner für die Initiative und Organisation der Schulung. Gerade beim Umgang mit invasiven Pflanzen sei das Wissen vor Ort und das gemeinsame Handeln der Gemeinden von großer Bedeutung.

 „Neophyten sind kein schönes Thema – aber wir müssen dranbleiben“, betonte Martina Liehl-Rainer von „Natur im Garten“. Entscheidend sei, bereits beim Auftreten der Pflanzen entsprechende Maßnahmen zu setzen. Gleichzeitig brauche es eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, um die weitere Ausbreitung einzudämmen.

 Im theoretischen Teil der Schulung wurden die wichtigsten invasiven Pflanzenarten im Marchfeld vorgestellt. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem Götterbaum, Staudenknöterich und Ragweed (Ambrosia). Besprochen wurden deren Erkennungsmerkmale, die Herausforderungen bei der Bekämpfung sowie Möglichkeiten der Vorbeugung und fachgerechten Entsorgung.

 Ein besonderer Diskussionspunkt war der Umgang mit dem Götterbaum. Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoll sein könnte, die Bäume einfach wachsen zu lassen. Die Expertinnen und Experten verwiesen jedoch darauf, dass dies keine geeignete Lösung ist: Der Götterbaum breitet sich invasiv aus, verdrängt heimische Pflanzenarten, bietet der heimischen Tierwelt nur wenig Lebensraum und kann durch sein starkes Wurzelwachstum Schäden an der Infrastruktur verursachen. Zudem gibt es nichtinvasive hitze- und trockenheitsverträgliche Baumarten, die als geeignete Alternativen zur Verfügung stehen

Im anschließenden Praxisteil wurden verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung des Götterbaums direkt vor Ort demonstriert und geübt. Herr Hannes Hackl vom Landschaftsplanungsbüro Manuel Denner und Martina Liehl-Rainer von „Natur im Garten“ zeigten unter anderem die Methode des Ringelns, die Anwendung des Pflanzenschutzmittels Aliantex® sowie den Einsatz eines Jungbaumziehers.

 Die Schulung machte deutlich: Der Umgang mit invasiven Neophyten ist eine langfristige Aufgabe. Je früher problematische Bestände erkannt und geeignete Maßnahmen gesetzt werden, desto besser lassen sich eine weitere Ausbreitung sowie zusätzlicher Arbeitsaufwand und Folgekosten eindämmen. 

 Dafür braucht es vor allem eines: Aufmerksamkeit, Fachwissen und die Zusammenarbeit von Gemeinden, Bauhöfen, Forstwirtschaft und weiteren Verantwortlichen.

 Die Veranstaltung wurde mit Mitteln von Bund, Land und Europäischer Union unterstützt.